Rose Garden in Spring
Creepy




BLOODY MARY


Wenn du vor einem Spiegel stehst, ein riesengroßes Fenster hinter dir ist, dann sag 40-mal Bloody Mary, oder 20-mal blutige Maria, dann siehst du im Fenster eine Art Zombie, aber doch ist es keiner...



es ist… unfassbar!!!



Eine art verschimmelte Leiche geht auf dich zu, kommt immer näher und näher... zuerst hebt sie die Hand und legt sie dir auf die Schultern…



dann…



aber dann...



wird der Druck immer fester, immer fester -



- plötzlich, wenn du zwinkerst, siehst du die verschimmelte, magere Leiche vor deinen Augen davon schweben.



Wer weiß, was verbirgt sich hinter deinem Spiegel?

Probier es einfach mal aus!!!!!





DER BLUTIGE DAUMEN




Es war Samstagnacht, und Sally war allein zu Hause.



Da klingelte plötzlich das Telefon. Sie nahm ab:" Hallo?" Eine Stimme am anderen Ende sagte:" Hier ist der Mann mit dem blutigen Daumen. Ich bin noch 10 Meter von deinem Haus entfernt!"



Erschrocken legte Sally auf. Sie ging ins Wohnzimmer. Ein paar Minuten später klingelte wieder das Telefon. Sie nahm ab. Wieder hörte sie eine Stimme, die sagte:" Ich bin der Mann mit dem blutigen Daumen. Ich bin noch 5 Minuten von deinem Haus entfernt!" Sally legte auf.



Sie versuchte, sich mit Fernsehen gucken abzulenken. Da klingelte schon wieder das Telefon. Sie nahm ab:" Hallo?" Die Stimme von vorhin sagte:" Hier ist der Mann mit dem blutigen Daumen. Gleich bin ich an deiner Haustür!"



Sallis Herz rutschte ihr in die Hose. Da klingelte es plötzlich der Haustür. Sally machte auf. Da stand er. Ein großer Mann mit dunklen Haaren. Er sagte:" Ich bin der Mann mit dem blutigen Daumen!" Sally bekam die Panik.



Auf einmal sagte er:" Hast du ein Pflaster?"






DER GEISTESKRANKE




Es war ein mal ein altes Ehepaar, das eine 25jährige Tochter hatte. Diese Tochter war inzwischen auch schon verheiratet und wohnte auf dem Lande. Über das Wochenende wollten die Eltern ihre Tochter besuchen. Es war ein wunderbares Wochenende, das langsam zu Ende ging. Am Sonntagabend fuhr das Ehepaar dann wieder nach Hause. Es war schon sehr spät und dunkel draußen. Das Ehepaar musste durch einen Wald fahren der kurz vor der Stadt lag. Ungefähr auf der Hälfte des Weges blieb das Auto stehen. Sie hatten doch tatsächlich vergessen zu tanken!



Da die Frau sehr müde war und schnell nach Hause wollte, ging der Mann mit einem Benzinkanister los, um in der Stadt bei der nächsten Tankstelle Benzin zu holen. Zuerst zögerte die Frau aber letztendlich ging er doch los. Nach zehn Minuten ist es der Frau langweilig geworden und sie schaltete das Radio ein.



"Eine wichtige Durchsage: In dieser Umgebung läuft ein Geisteskranker herum, der aus der Nervenheilanstalt ausgebrochen ist. Die Pfleger vermuten er hält sich zurzeit im Wald auf. Sie haben ihn aber noch nicht gefunden."



Der Frau lief das kalte Schaudern über den Rücken. Was war mit ihrem Mann? Nach einiger Zeit hörte sie ein seltsames Geräusch, welches vom Autodach her kam. Es wurde später und später und das Geräusch wurde lauter und lauter und ihr Mann kam und kam nicht…



Irgendwann ging die Sonne auf und ihr Mann war immer noch nicht da und sie machte sich große Sorgen. Aber sie hatte sich nach der Durchsage nicht getraut, ihn zu suchen. Nach einer Weile sah sie ein Polizeiauto neben ihren Wagen halten und ein Polizist kurbelte das Autofenster herunter.



"Guten Morgen. Hören sie genau zu. Sie steigen jetzt vorsichtig aus und schauen auf gar keinen Fall auf ihr Autodach. Haben sie das verstanden?“



Die alte Frau nickte und stieg aus. Sie wunderte sich warum sie nicht auf das Autodach schauen durfte. Vielleicht hatte es etwas mit dem Geräusch zu tun? Schließlich siegte ihre Neugier und sie drehte sich um und sah auf das Autodach. Dort saß ein sehr dünner Mann mit dem Kopf ihres Mannes und schlug ihn immer wieder aufs Autodach.



Anschließend bekam sie einen Herzinfarkt und starb…


DAS GLAS MILCH


Es war ein einen stürmischen Abend. Sabine las gerade ein Buch über Geister.



"Ich wusste nicht das Geister Milch trinken!", murmelte sie.



Es war nun ein Uhr morgens. Plötzlich klingelte es an der Tür. Dort stand ein mageres Mädchen.



"Darf ich ein Glas Milch haben?", piepste die Kleine.



Verängstlicht brachte Sabine den Mädchen Milch. Kaum hatte sie die Milch getrunken, war sie plötzlich verschwunden, und nur das Glas stand noch auf dem Boden...



Am nächsten Tag, schaute Sabine lange Fern. Da, um ein Uhr klingelte es wieder an der Tür. Vorsichtig öffnete Sabine die Tür, und draußen stand wieder das Mädchen und wollte Milch haben.



Da konnte Sabine nicht anders und fragte: "Wer bist du?"


Da schrie das Mädchen: " D e r T o d ! ! ! "




EINE IRRISCHE HELLOWEEN GESCHICHTE



… oder nur ein schlechter Traum?





Paddy Ahern reiste häufig in der Grafschaft Limerick. Hier und dort am Wege blieb er über Nacht. Aber es brauchte nicht lange, bis er einsah, dass er nirgends willkommen war; denn die Leute in dieser Gegend sind zwar gastfreundlich, aber sie erwarten auch, dass der Fremde ihnen den Abend mit einem Lied oder einer Geschichte zu verkürzen weiß. Aber diese Fähigkeiten gingen dem guten Paddy ganz und gar ab.



Eines Nachts, als er wieder einmal in einer einsamen Gegend an eine Haustür Klopfte, öffnete ihm ein seltsamer düster dreinblickender Mann, der sprach: „Willkommen Paddy Ahern. Komm herein, und setz dich ans Feuer". Paddy begriff nicht recht, woher der Mann seinen Namen kannte, aber er getraute sich auch nicht, danach zu fragen, denn alles wirkte sehr unheimlich. Sie aßen, der Mann zeigte Paddy seinen Schlafplatz und bald war Paddy eingeschlafen.



Aber lange währte die Ruhe nicht. Er war kaum eingeschlafen, als die Tür aufflog und drei Männer hereinkamen, die einen Sarg hinter sich herzogen. Paddy sah sich Hilfe suchend nach seinem Gastgeber um, aber der war verschwunden.



„Wer wird uns helfen den Sarg zu tragen?" fragte einer der drei Männer. „Wer wohl? Frag nicht so dumm. Da kommt doch nur Paddy Ahern in Frage", antworteten die beiden anderen. Zitternd vor Angst und Schrecken musst Paddy aufstehen und gemeinsam mit den Männern den Sarg tragen. Hinaus ging’s über offenes Feld. Paddy wurde durch Gräben und Hecken gezerrt und jedes Mal wenn er stehen bleiben wollte, wurde er beschimpft und getreten. Endlich kamen sie zu einem einsamen, schrecklich aussehenden Friedhof.



„Wer hebt den Sarg über die Mauer?" fragte der eine Mann. „Wer wohl? Frag nicht so dumm", antworteten die anderen. „Da kommt doch nur Paddy Ahern in Frage." Paddy musste den Sarg über die Mauer heben, obwohl er sich dabei fast Arme und Beine ausrenkte.



„Wer schaufelt das Grab?" fragte der erste Mann. „Wer wohl? Frag nicht so dumm. Da kommt doch nur Paddy Ahern in Frage“, lautet die Antwort. Sie gaben ihm Spaten und Schaufel und zwangen ihn, zu graben. Als die Grube ausgeschachtet war, fragte der erste Mann:



„Wer öffnet den Sarg?" „Wer wohl? Frag doch nicht so dumm. Da kommt doch nur Paddy Ahern in Frage, „ antworteten die anderen. Paddy - einer Ohnmacht nahe - muss sich hinknien, die Schrauben herausdrehen und den Sargdeckel abnehmen. Und wisst ihr was? Der Sarg war leer, obwohl er so schwer zu schleppen war.



„Wer legt sich in den Sarg?" fragt der erste Mann. „Wer wohl? Frag doch nicht so dumm", antworteten die beiden anderen. „Da kommt doch nur Paddy Ahern in Frage."



Sie wollten Paddy ergreifen, aber er war schon davongerannt. Mit einem Sprung war er über der Mauer und rannte weiter übers offene Feld. Die Männer aber blieben ihm auf den Fersen. Jedes Mal wenn sie aufholten, nahm er seine Kraft zusammen und rannte noch etwas schneller. Dann sah er Licht in einem Fenster und schrie so laut er konnte um Hilfe. Endlich am Haus angelangt, klopfte er und was meint ihr, wer ihm da öffnete? Sein düsterer, unheimlicher Gastgeber vom Abend zuvor.



Das war zuviel. Ohnmächtig sank Paddy zu Boden. Als er wieder zu sich kam, war heller Tag und der unheimliche Mann machte sich in der Küche zu schaffen. Paddy wollte keine Minute länger bleiben und zog seine Kleider an, die keine Spuren der Vergangenen Nacht zeigten.



„Hör mir zu“, sprach der düstere Mann. „Du hast mir Leid getan. Ein junger Bursche, der keine Geschichte und kein Lied kennt. Hast du nun eine Geschichte, die du abends an den Torffeuern erzählen kannst?" Der arme Paddy gab keine Antwort, griff nur nach seinem Bündel und rannte so schnell ihn die Füße trugen aus dem Haus. Erst als er schon ein gutes Stück hinter sich gebracht hatte, wagte er es, sich noch einmal umzuschauen. Aber hinter ihm lagen nur offene Felder, auf denen einige Kühe grasten.





HUNDE DES GEISTES




Eric Secada schwitzte. Glühende Hitze herrschte in seinem Landrover, mit dem er das kleine nordamerikanische Städtchen Tuscany Hill durchquerte. Es war später Nachmittag. Secada befand sich auf dem Weg nach Hause. Er war Redakteur eines klei­nen Stadtblättchens, und jeden Nachmittag musste er den Weg durch diesen öden, gottverlassenen Ort nehmen, in dem es nichts zu geben schien als Hitze. Stets hatte er das Gefühl, durch eine Wüstenlandschaft zu fahren. Die Häuser, in denen die Menschen hier wohnten, glichen staubigen, trostlosen Bauten. Morgens nahm Eric die Autobahn in Anspruch, die um diese Zeit gut zu befahren war, da er schon sehr früh aus dem Haus musste. Nachmittags aber was das nicht möglich, da war der Verkehr so dicht, dass er schneller war, wenn er durch diese Einöde fuhr.

Hin und wieder stoppte er an einer Tankstelle – der einzigen weit und breit – und kaufte sich eine eiskalte Dose Cola. So auch an diesem Tag.

Eric stellte den Motor ab. Die drückende Hitze ließ den Mann schwer atmen. Durch das heruntergekurbelte Fenster schwirrte eine Fliege in den Wagen. Sie summte erst ein wenig umher, dann ließ sie sich auf Erics schweißüberzogenen Nacken nieder. Still saß er da, die linke Hand am Lenkrad, die rechte an der Handbremse. Langsam hob er die rechte an. Dann schlug er zu. Gnadenlos wurde die Fliege von seiner flachen Hand zerdrückt. Dunkles Blut machte sich auf Erics Nacken breit. Mit einem Stofftaschentuch wischte er es weg. Anschließend stieg er aus dem Wagen und ging auf das kleine Tankwarthäuschen zu. Hinter der Theke saß ein alter Mann. In der rechten Hand hielt er eine Fliegenklatsche.

„Hassen Sie die Viecher genau so wie ich?“ Eric deutete auf die Klatsche. „So ein Ding müsste man ständig mit sich herumtragen.“

Der Tankwart sah in lächelnd an. „Hassen wäre der falsche Ausdruck. Sie stören nur ein wenig im Laden. Was darf's denn sein, Mister? Eine Cola, wie immer?“

Eric nickte und sah dem alten Mann, von dem er nur wusste, dass er Blake Forrest hieß, dabei zu, wie er das Getränk aus dem Kühlschrank holte. Eric zahlte und riss die Dose auf. Nachdem er einen großen Schluck genommen hatte, sagte er: „Ich mag überhaupt keine Tiere. Vor allem Hunde nicht.“

„Hunde?“ Forrest schaute auf. „Ich weiß gar nicht, was Sie gegen diese lieben Tiere haben. Sie kön­nen doch sehr nützlich sein. Möchten Sie einmal ein paar ganz besonders schöne Exemplare sehen?“

Doch ehe Eric antworten konnte, ging Forrest auch schon vor. „Kommen Sie schon“, sagte er. „Tun Sie mir den Gefallen.“

„Also schön.“ Eric nickte. Warum sollte er dem alten Mann nicht den Gefallen tun? Sie gingen hinter das Gebäude, wo es einen kleinen Hof gab. Und dort standen – drei Zwinger! Einer für jeden Hund, und bei diesen Hunden handelte es sich um ausgewachsene Dobermänner.

„Na, sind das nicht ein paar Prachtstücke?“ fragte Forrest den Redakteur.

Der konnte nur den Kopf schütteln. „Ich weiß nicht, was an denen schön sein soll. Aber das ist Geschmackssache.“

„Sie sind vor allem intelligent. Das liegt am Futter.“

„So?“ Eric gab sich interessiert, aber in Wirklichkeit war er gelangweilt. „Was bekommen sie denn?“

„Nun, eigentlich ganz normales Tierfutter. Nur ein einziges Mal, nämlich dann, wenn einer meiner Hunde ausgewachsen ist, bekommt er ein ganz besonderes Fressen – einen Menschen!“

„Wie bitte?“ Eric glaubte sich verhört zu haben. „Was sagen Sie da?“

„Sie haben schon richtig gehört, Mister. Ich habe immer einen besonderen Menschen ausgewählt. Und nachdem der entsprechende Hund diesen Menschen verspeist hatte, hat er seinen Geist angenommen. Deshalb sind diese Hunde auch so anders. Es sind Hunde des Geistes. Sehen Sie sich ihn hier an. “Er deutete auf den Hund im linken Zwinger. „Er hat einen Sportler verzehrt. Seitdem ist er so schnell wie kein anderer. Und der daneben bekam einen Professor. Sie glauben gar nicht, wie intelligent er ist.“

„Und der dritte?“ Eric lachte. Er glaubte dem Alten kein Wort. „Was für einen Menschen haben Sie ihm vorgesetzt?“

„Noch gar keinen.“ Forrest lächelte wissend. „Er ist jetzt erst ausgewachsen. Deshalb habe ich Sie hergeführt. Sie erzählten mir, dass Sie Redakteur sind. Redakteure sind intelligent und kreativ. Genauso soll mein Hund werden. Außerdem sagten Sie einmal beiläufig, dass es Sie beruhigt, wenn Sie Mozart hören. Das ist doch wunderbar. Hört der Knabe mal nicht auf zu bellen, stelle ich einfach einen Kassettenrekorder neben seinen Zwinger.“

Mit diesen Worten und einem schallenden Lachen öffnete Forrest den Zwinger. Der Hund, der seit Tagen nichts zu Fressen bekommen hatte, vollbrachte sein teuflisches Werk...





Epilog



Blake Forrest war zufrieden. Das, was von diesem Eric übrig-geblieben war, konnte man nicht gerade als viel bezeichnen. Nun wollte der alte Mann den Hund wieder in den Zwinger sperren, doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Der Dobermann sah Forrest aus böse funkelnden Au­gen an. Der Hund hatte sich verändert. Und er ließ sich nicht mehr einsperren. Statt dessen fiel er den alten Mann an. Er riss ihn zu Boden und bis ihm die Kehle durch. Dann verschwand er.

Blake Forrest war tot. Er war aus einem Grund gestorben, den er nicht hatte ahnen können. Denn Eric Secada war nicht nur Redakteur und Mozartliebhaber gewesen, sondern auch – ein Mörder!

Mehrere Menschen hatte er bereits auf dem Gewissen, doch die Polizei hatte ihn bislang noch nicht fassen können. Und nun mordete sein Geist weiter.



In der Gestalt eines Hundes...






NACHBARN



Verdammt komm schon, werde deutlicher! Los doch.. bist doch nur ein Stück Papier... Das kann nicht so lange dauern... Komm schon... los... und wehe dir, wenn ER darauf zu sehen ist! Ich will IHN nicht sehen! Ich will auf dir, du kleines nichtsahnendes Stück Photopapier, nur den Hauseingang sehen. Nur den Eingang... komm schon, schneller... den Hauseingang, in dem ich IHN fotografiert habe, erwischt, heimlich... jaaa, komm zeig es mir...

Jaaa... genau so habe ich mir das vorgestellt, nur der Hauseingang... und die Briefkästen... die Briefkästen, die eigentlich nicht zu sehen sein dürften... weil ER davor steht und sie verdeckt... deshalb dürften sie nicht zu sehen sein... zumindest nicht bei einem normalen Menschen... ER ist nicht zu sehen... nur der Hauseingang mit den Briefkästen... das ist der Beweis...

Ich hab’s ja gewusst... Die ganze Zeit über habe ich es gewusst! Schon vom ersten Tag an war ER mir suspekt... als ER hier ankam... Mit seinem schmierigen Anzug und den ach so modernen Hartschalenkoffern, voll mit intellektuellem Plunder! Mir war gleich klar, dass mit dem etwas nicht stimmt... Selbst der alte McEwing war verwirrt von SEINEM Anblick, ... ist gleich von der Leiter gefallen, als der Typ reinkam... Schädelfraktur und drei gebrochene Rippen... Da dachte ich noch an einen Zufall... Pah, Zufall...! Nur Ärger hat es seitdem gegeben... Der Kerl hat das Unglück mitgebracht und seitdem klebt es an den Hauswänden wie ein schmieriger Ölfilm!

„Darf ich mich vorstellen, mein Name ist Lou Digit...“ hat ER gesagt. Mrs. O’Brian hat nur laut gelacht... „Digit? Hör sich das einer an...“ Dann ist sie schnell in ihre Wohnung gerannt... die Milch war übergekocht... Ist ihr noch nie passiert, hat sie gesagt... von diesem Tag an aber öfters... Zwei Wochen später lag sie erstickt in ihrem Bett... geplatzte Gasleitung, hieß es... Wer’s glaubt...

Jefferson aus dem dritten Stock war der nächste... Kam vom Einkaufen, stellte seine Taschen ab und sprang aus dem Fenster... Einfach so... Jemand meinte, ER habe sich vorher lauthals mit dem Neuen gestritten... Damit war SEIN Ruf komplett... komplett hinüber zumindest...

John Milton, fünfte Etage, drei Wochen später... Schnitt sich beim Rasieren... Halsschlagader... Zack, durch... Die Schlagader...! Beim Rasieren...! Und vorgestern, Sarah McKennigan,... Parkte auf Digit’s reserviertem Stellplatz... als sie wieder einsteigen wollte, explodierte der Wagen... Zufall...?! Pah, von wegen... Alles munkelt über IHN... Schauergeschichten überall... Der Ziegenfüßige geht um, heißt es... Irgendwas ist dran, ich hab schließlich den Beweis,... oder zumindest ein Indiz...

Vielleicht sollte ich einfach rübergehen und IHN fragen.... Aber wie? „Entschuldigen Sie, Mr. Digit, was ich schon immer mal wissen wollte, sind sie zufällig...?“ Quatsch...

Hab IHN heute noch nicht zu Gesicht bekommen, auch nichts gehört... Ob ER die Wanze entdeckt hat...? Vielleicht... Ach was... Ich geh einfach rüber und lausche ein bisschen an der Tür... Kann ja nicht schaden...

Hmmm, ich höre nichts. Das ist neu... Normalerweise läuft ER den ganzen Tag hin und her... macht seltsame Geräusche... so wie auf meinen Bändern... Alles hab ich aufgenommen, seit Monaten... aber nichts habe ich gefunden, keine Beweise - keine eindeutigen zumindest - dafür jede Menge seltsame Geräusche... Zischen und Schreie... diese halbstummen, gepressten Schreie...

„Entschuldigen Sie, kann ich ihnen helfen. Mr. McNaughton...?“

Verdammt, ER ist es... ER hat mich erwischt... Gott, muss das peinlich aussehen... wie ich hier vor SEINER Tür hocke, mit einem leeren Senfglas am Ohr... Jetzt bloß nichts anmerken lassen... Langsam umdrehen... nur nicht zu hastig... ER soll nicht fühlen, dass ER mich bei etwas schlechtem ertappt hat...

Jaaa... jetzt kann ich IHN sehen... Lou Digit... Diesen alten, grauhaarigen Bastard... in diesem Juppie-Anzug mit der Windsor-Krawatte und den feinen italienischen Halbschuhen... Wie ich IHN hasse... Ich habe Typen von dieser Sorte schon immer gehasst... aber IHN ganz besonders...

Ruhig, Bobby, ruhig... tief Luft holen... Du musst dir jetzt etwas einfallen lassen.. eine Idee, wie du hier wieder heil rauskommst, ohne Narben zu kriegen...

„Oh, ähh..., Mr. Digit, ich weiß, es sieht merkwürdig aus, aber ich...“

„Ja...?!“

„Nun, ich habe Sie seit Tagen nicht gesehen und da dachte ich... ich sehe einfach mal nach dem rechten... und dann bin ich rüber und habe kurz vor Ihrer Tür gelauscht... aber alles war so still.. so seltsam still...“

Oh Gott... SEINE Hand.. was tut ER?!?... SEINE Hand... ER steckt sie... Oh Gott, ER steckt sie in die Tasche und... Scheiße, was habe ich gemacht? Ich hätte ihn nicht... hätte ich doch bloß nie... ER ... greift in SEINE Tasche... und.. Ich war nicht überzeugend genug... ER hat mir die Story nicht abgenommen, klar, hätte ich wahrscheinlich auch nicht getan... schließlich habe ich mich noch nie großartig um IHN gekümmert.... War nur einmal kurz in SEINER Wohnung, um mir etwas Salz zu borgen und um... na ja... und um die Wanze in der Küche zu befestigen... und jetzt... Scheiße... ER zieht SEINE Hand zurück und hält eine... eine... ZIGARRE?

Puhh, verdammt, das hätte schief gehen können... Warum sieht ER mich so seltsam an... mit diesen furchtbaren Augen... Dieses Blau... dieses widerliche leuchtende Blau... Warum kann ER keine andere Augenfarbe haben... Rot würde viel besser zu IHM passen als blau... Oh Gott... ich werd wahnsinnig... Ich... nein, was ist das? ER... SEINE Zigarre brennt... ER hat kein Streichholz benutzt... nicht mal ein Feuerzeug... Wie hat ER..? Aber... klar... ER braucht ja kein...

„Warum haben Sie nicht einfach geklingelt?“

Das ist natürlich eine gute Frage.. eine sehr gute Frage noch dazu... Warum habe ich nicht geklingelt...? Ja, warum eigentlich nicht...? Vielleicht ist die Klingel kaputt... vielleicht bin ich kaputt... vielleicht war der Strom gerade weg... oder vielleicht hatte ich auch einfach keine Lust zum Klingeln oder ich habe es schlicht vergessen... Ich...

„Klingeln Sie doch jetzt...“

Ich... was? Jetzt spinnt ER aber... Ich soll klingeln...? Warum? Ich weiß doch, dass ER nicht drin ist... Will ER mich verarschen...? Für wen hält der sich... für Gott? Wohl kaum... ausgerechnet der... Klingeln... ER spinnt... Ich sag’s ja...

Was ... was macht ER jetzt...? ER beugt sich zu mir runter... Oh Scheiße... Was wird das jetzt...? Ich... herrje, riecht der übel... Ne Mischung aus altem Hustensaft und Galle... oder umgekehrt... ER... bringt SEINEN Mund an mein Ohr und...

„Klingeln Sie, Mr. McNaughton, klingeln Sie!“

Verdammt... Aber in Ordnung... OK, ER soll den Spaß haben... Ich bin ja schließlich nicht kleinlich... Gut, ich werde klingeln... Ich... ja, ich bewege meinen Finger in Richtung Klingelknopf... Und ER sieht genau zu... ER genießt es förmlich... Von mir aus... Soll ER ruhig... Ich weiß nicht, was ER sich davon verspricht, aber OK... DEN Spaß soll ER haben... Ich werde klingeln, .. gleich... ich bin fast dran.. gleich werde ich...



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Das Licht ist schrecklich... grell... Es blendet und schmerzt... dann zerreißt es...

Ich ... sehe... langsam formt sich ein Bild... Ich ... denke... Menschen... Menschen in weißen Kitteln... Alles starrt mich an... Ich .. was ist passiert? Wie bin ich...?

„...hierher gekommen?“

„Es ist alles in Ordnung, Mr. McNaughton, kein Grund zur Beunruhigung... Sie sind hier in besten Händen...!“

„Was ist passiert?“

„Es gab eine Explosion in Ihrem Haus. Sie haben großes Glück gehabt. Ich fürchte aber, Sie werden sich eine neue Bleibe suchen müssen...“

„Waaas? Eine neue Bleibe... und von welcher Explosion sprechen Sie?

„Keine Panik, Mr. McNaughton, wir haben alles für Sie geregelt, fürs erste können Sie bei Ihrem Nachbarn unterkommen, Mr. Digit. ER sagt, ER hat ein schönes Sommerhaus auf dem Lande und würde sich die erste Zeit um Sie kümmern bis Sie... heh... verdammt,... Schwester, sein Herz , bereiten Sie ... Elektroschocks ..., verdammt... Wie konnte... passieren...? Wir..., zum Teufel noch mal....!“






DAS SILBERBEIN



Eine alte Gruselgeschichte für junge Leute





In einem tiefen dunklen Wald befand sich ein altes halbverfallenes Schloss. Seit vielen Jahren lebte darin ein alter Graf mit seinem Diener. Der Graf hatte ein Silberbein und sein Diener ein Holzbein.



Eines Tages starb der Graf. Der Diener, der dem Grafen jahrelang treu gedient hatte, jedoch nicht sehr viel Lohn dafür bekam, dachte sich nun: "Der Graf braucht sein Silberbein nicht mehr, aber mir kann es noch nützen und für die jahrelangen Dienste wäre das ein gerechter Lohn!". Also tauschte er kurzerhand sein Holzbein gegen das Silberbein aus.



Als es Nacht wurde, verschloss der Diener wie immer alle Fenster und Türen des Schlosses. Etwas unheimlich war ihm ja nun schon zumute. Niemand weit und breit, nur das Rauschen des Waldes, das Knistern des Kaminfeuers und hin und wieder das Heulen eines Wolfes in der Ferne.



Der Diener legte sich ins Bett und schlief alsbald ein. Um Mitternacht schreckte der Diener plötzlich auf. Hatte er nicht etwas gehört? Ja! Jetzt hörte er es ganz deutlich. Ein erst leises, dann immer besser hörbares Tock-Tock-Tock. Dieses Geräusch kam näher und näher und näher...



Dem Diener wurde ganz anders. Wer mag da draußen sein? Er hatte doch alles verschlossen! Oder doch nicht ? Oh je - jetzt hörte er eine Stimme. "Wo ist mein Silberbein! Wo ist mein Silberbein!" es war die Stimme des verstorbenen Grafs. Eigentlich sollte der ja in seiner Gruft im Schlosskeller liegen. Dem Diener wurde ganz anders. Doch so schnell wie der Spuk begonnen hatte, so schnell war er vorüber.



Gleich am nächsten Tag, nach einer sehr unruhigen Nacht und schaurigen Träumen, permanent verfolgt vom alten Grafen, machte sich der Diener daran, alle Schlösser zu erneuern und alles zu sichern. Besonders sorgfältig wurden die Türen zur Gruft und zum Keller abgeschlossen und verriegelt.



Mit einem etwas unwohlen Gefühl legte sich der Diener abends in seiner Kammer unterm Dach ins Bett. Und es geschah wieder. Genau um Mitternacht wurde er wieder von einem sich nähernden Tock-Tock-Tock-Geräusch geweckt. Die Schritte kamen näher und näher und blieben genau vor seiner Kammer stehen.



Schweißgebadet lag der Diener in seinem Bett. Jetzt bewegte sich die Türklinke langsam nach unten. Ganz deutlich hörte er nun auch die vertraute Stimme des Grafen: "Wo ist mein Silberbein! Wo ist mein Silberbein?" Der Diener bekam fast einen Herzstillstand. Die Decke übers Gesicht gezogen rührte er sich nicht. Plötzlich viel die Tür ins Schloss und der Spuk war wieder zu Ende.



Erleichtert atmete der Diener auf. Am nächsten Morgen wurden die Vorkehrungen noch verbessert. Nun brachte der Diener gleich zwei zusätzliche Schlösser an seiner Türe an und schob eine alte Diele unter den Türgriff. Trotzdem um Mitternacht das gleiche Spiel. Genau um Mitternacht wurde er wieder von einem sich nähernden Tock-Tock-Tock-Geräusch geweckt. Die Schritte kamen näher und näher und blieben genau vor seiner Kammer stehen. Trotz Schlösser und Diele öffnete sich wieder die Türe. Schweißgebadet lag der Diener wieder im Bett, noch weiter unter der Decke verkrochen.



"Wo ist mein Silberbein! Wo ist mein Silberbein?" hörte der den alten Grafen sagen und dabei immer näher kommend. Nun musste er ganz dich an seinem Bett stehen…



- der Diener hielt den Atem an… - wieder mit tiefer Stimme hörte er: "Wo ist mein Silberbein! Wo ist mein Silberbein?“.... (kurze Atem-Pause)





"Daaaaaa ist mein Silberbein!"





DER UNHEIMLICHE SCHWIMMER



Gregory Norman kannte den Anblick des alten, geschlossenen Hallenbades seit Jahren. Es war ihm so vertraut wie das Gesicht eines Verwandten. Aber nun, da er die Stufen bis zum Eingang emporstieg, änderte sich die Perspektive, und es schien, als erwache er aus einem Traum. Er war als Käufer hier. Noch letzte Woche hatte er nie daran gedacht, ein Hallenbad zu kaufen, aber durch Zufall hatte er von dieser Angelegenheit und vom Spottpreis, der verlangt wurde, erfahren. Natürlich ging es ihm nicht um das Hallenbad – das war baufällig und seit Jahrzehnten nicht mehr rentabel -, sondern um das Grundstück. In ihm schlummerte eine Goldgrube, das war Gregory sicher.

"Hören Sie", sagte er und wandte sich dem Mann zu, der ihn begleitete. "Es ist wirklich nicht nötig, dass wir es uns ansehen. Ich kauf´s ja nur, um es abzureißen."

John MacDonald, der jetzige Eigentümer, zauberte ein Lächeln hervor, das einer Bitte gleichkam. Lass es uns anschauen, sagte er. "Es dauert nur wenige Minuten. Das Gebäude ist nicht absonderlich groß."

Absonderlich, dachte Gregory mit gerunzelter Stirn. Mehr und mehr gelangte er zu der Ansicht, dass MacDonald ein Spinner war, der dem Lauf der Welt nicht zu folgen wusste. Irgend ein Fetischist, dachte er, der ausgestopfte Tiere oder Bilder von Unfallopfern sammelte. Der Gedanke, mit diesem Mann in ein einsames Gebäude einzudringen, gefiel ihm nicht.

"Wie sind Sie eigentlich an dieses Grundstück gekommen?" fragte er plötzlich. "Gehörte es nicht früher einmal der Stadt?"

MacDonald nickte. Er schloss die breite Eingangstür auf und ließ Gregory den Vortritt. "Das ist richtig. Ich habe es ihr vor zehn Jahren abgekauft, als die Kassen leer waren und die Stadt Geld für Projekte benötigte, die lohnender waren." Seine Stimme hallte von den nackten Wänden wider. "Leider brauche nun ich Geld und muss mich hiervon trennen." Er breitete die Arme aus und schaute Gregory auffordernd an, als handelte es sich um mehr als ein verfallenes Gebäude.

Sie standen in einem leergefegten Foyer, in dem früher Sitzgruppen für Gemütlichkeit gesorgt hatten; jenseits der beiden Drehkreuze, durch die man früher nach Bezahlung gehen konnte, führten Gänge zum Becken und zu den Umkleideräumen. Gregory fühlte, wie sich seine Lunge mit muffiger Luft füllte, die, wie er glaubte, vor Schimmel troff. Es roch brackig, und er verzog das angewidert das Gesicht. Herrgott, er wollte nicht hier sein.

"Man gewöhnt sich dran", sagte MacDonald, der das Mienenspiel beobachtet hatte. "Es ist nicht angenehm, aber man gewöhnt sich dran."

"Man gewöhnt sich an alles, nicht wahr?"

MacDonald schien den zynischen Unterton nicht zu bemerken. "So ist es", sagte er feierlich und schritt durch eines der Drehkreuze. Gregory glaubte, ein Lächeln in seinem Gesicht gesehen zu haben.

Als sie in ein kleines Labyrinth aus schmalen Gängen eintauchten, von denen rechts und links einige Dutzend Türen zu den Umkleidekabinen abzweigten, spürte Gregory, wie warm es hier war, fast schwül. Er begann unter seiner Kleidung zu schwitzen. Die Wände und der Boden waren gekachelt, aber viele der einst hellblau und türkis schimmernden und nun staubiggrauen Fliesen waren fort, als hätte jemand in regelmäßigen Abständen mit einem Hammer zugeschlagen, aus purer Freude an Zerstörung. Zurückgeblieben war schwarzer Mörtel.

Die bislang vorherrschende Düsternis wurde schwächer, weil aus der Richtung, in der sie gingen, ein Schwall Tageslicht zu ihnen drang. Bald darauf endete der Gang, und sie gelangten zum Schwimmbecken, an dessen gegenüberliegendem Rand die Startblöcke und zwei gewaltige Springtürme aufragten. Schichten aus Schimmel – fast wie ein Webteppich, dachte Gregory – überwucherten das riesige Dachfenster. Ein schaler, bitterer Geschmack machte sich in seinem Mund breit.

"Da is´ ja Wasser drin", sagte er überrascht. Es war kein klares Wasser, das er im bis zum Rand gefüllten riesigen Becken erblickte, kein verlockendes Schwimmbadwasser. Dieses Wasser hier war dunkelgrün und tot und – wie mit einer erstarrten Haut überzogen - völlig still. Am Beckenrand trieben aufgeweichte, unkenntliche Müllbrocken und einige tote Tiere, teilweise von der Verwesung ausgetilgt. Er sah das schwarze Fell einer Katze, die sicherlich noch nicht lange dort treiben konnte. Ihre todesstarre Schwanzspitze durchstach von unten die Wasseroberfläche. Ein leises Grausen überkam ihn, als er sich vorstellte, dort hineinzufallen.

"Wie..." Er wollte MacDonald fragen, welche Erklärung er für die toten Tiere im Wasser hatte – und welche für das Wasser überhaupt -, aber als Gregory sich umwandte, sah er niemanden. "Mr. MacDonald!" rief er in die Stille des Hallenbades hinein. Der Hauch eines Echos kam zu ihm zurück, aber dies war die einzige Antwort, die er erhielt. Verärgert stieß er die Luft aus. Gerade wollte er gehen und MacDonald suchen, da hörte er hinter sich ein leises Glucksen. Gregory wirbelte herum und starrte auf das widerlich grüne Wasser. Konzentrische Kreise bewegten sich dort, Miniaturwellen gleich, die zögernd zerfaserten. Als er näher an den Beckenrand heranging, sah er die Luftblasen, die vom Grund her aufstiegen.

Himmel, was war das? Es war unmöglich, durch das Dreckwasser den Boden zu erkennen. War es möglich, dass dort ein Fisch schwamm? War dies ein Aquarium, und hatte MacDonald ihn nur hier hingeführt, damit Gregory seine Begeisterung teilen sollte?

Plötzlich riss er verblüfft die Augen auf. Ein Schatten schwamm, durch das Wasser seltsam auffasernd, etwa einen Meter unterhalb der Oberfläche. Er konnte nicht erkennen, um welche Art Fisch es sich dabei handelte, aber er musste sehr groß sein, musste menschliche Ausmaße haben. Dann verschwand der Schatten in der Tiefe.

Er musste MacDonald ausfindig machen und ihm Fragen stellen. Er war plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob er diesen Kauf wirklich tätigen wollte. Es war besser, wenn er nochmals in aller Ruhe darüber nachdachte, weitab von riesigen Fischen und Tierkadavern, die im Wasser schwammen. Gregory machte einen Schritt, um die Schwimmhalle zu verlassen, als er Wasser plätschern hörte und etwas mit unerbittlicher Härte seinen rechten Knöchel packte. Sein Bein wurde zur Seite gerissen, über den Beckenrand hinaus, und Gregory verlor den Halt. Schmerzhaft stürzte er zu Boden und prellte sich die Hüfte. Ein Schrei kam über seine Lippen. Sein Bein befand sich bis zum Knie im Wasser, das unangenehm warm war. Er konnte nicht sehen, was ihn hielt und ruckartig weiter auf das Wasser zuzog

Voller Verzweiflung versuchte er, Halt zu finden – es kostete ihn Haut und Nägel seiner Finger -, jedoch konnte der Boden, obschon rissig, ihm keinen bieten. Er stemmte sich mit aller Macht zurück, aber der Griff um seinen Knöchel gab nicht nach.

"MacDonald!" kreischte er. "Helfen Sie mir!" Der Verkäufer blieb verschwunden, und Gregory begriff, dass die Besichtigung nur dem Zweck gedient hatte, ihn diesem Wesen zu opfern.

Mit einem müden Plätschern rutschte Gregory mit dem Gesäß ins Wasser.

"Nein!" keuchte er. Er weinte und schluchzte. Dann, als nur noch sein Kopf und die Schultern und eine blutige Hand, mit der er sich festhielt, aus dem Wasser ragten, sah er den Mann aus einem Gang kommen, der zu den Saunaräumen und Dampfbädern führen konnte, und Gregory schrie erneut: "Bitte, helfen Sie mir!"

MacDonald blickte zu Boden.

"Bitte! O Gott – bitte!" Gregorys Mund klaffte auf wie ein Loch; die Augen hatte er so weit aufgerissen, dass sie fast aus den Höhlen sprangen. Es schien, als würde dieses letzte Wort kein Ende nehmen, aber schließlich ging es in ein Gurgeln über, als der Mörder mit einem letzten unerbittlichen Ruck sein Opfer zu sich holte. Seine Hand ragte für eine Sekunde aus dem Wasser und ballte sich zur Faust. Dann verschwand sie.

Gregory wehrte sich voller Verzweiflung und drosch und trat blind um sich. Einige Male traf er den unheimlichen Schwimmer, aber er schaffte es nicht, der Umklammerung zu entkommen.

Das Blut rauschte in seinem Kopf. Zuckend wand er sich im Wasser, dann erlahmten seine sinnlosen Bemühungen. Die Bestie zog ihn tiefer, und er wehrte sich nicht mehr. Gurgelnd schossen Luftblasen nach oben, als Gregory seinen Mund öffnete und warmes Wasser seine brennenden Lungenflügel füllte.

John MacDonald war bis nahe an den Beckenrand vorgetreten. Er sah Schatten und Schemen in der Nähe des Grundes; einmal war Normans panisch verzerrtes Gesicht so nah, dass er es hätte berühren können. Es schien, als würde er unter Wasser einen Schrei ausstoßen. Gänsehaut überzog seinen Körper, als er sich den aussichtslosen Kampf vorzustellen versuchte. Der arme Mann, dachte er mitleidig, solch ein elender Tod. Aber was soll ich tun?

Das Wasser schwappte über den Rand und nässte seine Schuhe, aber er trat nicht zurück. Er wartete zehn Minuten, bis er sicher war, dass Gregory Norman verschwunden blieb. Der Schwimmer fraß seine Opfer vollständig auf, solange sie noch warm waren. Tiere verschmähte er. Manchmal machte MacDonald ihm eine Freude und warf Katzen und kleine Hunde, die zutraulich genug waren, sich einfangen zu lassen, ins Wasser, aber das Wesen sah in ihnen keine Nahrung. Er spielte eine Weile mit ihnen und ließ sie dann gelangweilt an die Oberfläche treiben.

MacDonald schaffte das Futter heran und war heilfroh, dass jenes Ding, das er nie gesehen hatte, ihn als Ernährer anerkannte. Es konnte aus dem Wasser kriechen, MacDonald hatte die getrockneten Spuren seiner annähernd menschlichen Füße gesehen, aber es zog das nasse Element vor und war offenbar so phlegmatisch – und damit eindeutig menschlich -, dass es auch dort blieb, wofür MacDonald sehr dankbar war.







DER WEIßHAARIGE MANN



Letzte Woche war ich in der Stadt unterwegs und ging in ein Café. Schon als ich es betrat, fiel mir an einem Tisch ein junger Mann auf, etwa so alt wie ich, der hatte schneeweißes Haar. Da alle Tische besetzt waren, ging ich zu ihm hinüber und fragte, ob ich mich an seinen Tisch setzen dürfe. Er hatte nichts dagegen und so setzte ich mich zu ihm und bestellte einen Kaffee. Ich musste ihn immer wieder anschauen. Und als er einmal fragend zurückschaute, deutete ich auf seine Haare und fragte, wieso sie so weiß sind. Er schaute mich lange an und begann schließlich zu erzählen:



Als Kind lebte ich in einem kleinen Ort, außerhalb der Stadt. Mit vier Freunden hatte ich eine Bande gegründet. Wir waren fast jeden Tag zusammen unterwegs. Eines Tages zog ein neuer Junge mit seiner Mutter in unseren Ort. Nach ein paar Wochen sprach er uns in der Schule an und fragte, ob er in unsere Bande aufgenommen werden könnte. Ich beratschlagte mit meinen Freunden und wir beschlossen, dass er eine Mutprobe ablegen müsse. In unserem Ort gab es ein altes, verfallenes Haus, das schon seit Jahren nicht mehr bewohnt war. Wir nannten es heimlich das Spukhaus. Der Neue sollte sich beim nächsten Neumond um Mitternacht mit einer Kerze in das Haus schleichen und die Kerze an das oberste Fenster unter dem Giebel stellen.

Der Junge erklärte sich dazu bereit und so trafen wir uns ein paar Nächte später alle vor dem Spukhaus. Der Junge zündete eine Kerze an und betrat, gerade als die Kirchturmuhr zwölf mal schlug, das Haus. Dann war es dunkel. Meine Freunde und ich standen auf der Straße und versuchten den Kerzenschein durch eines der Fenster zu erkennen, aber wir sahen nichts. Es dauerte eine ganze Weile, bis wir am obersten Fenster einen schwachen Lichtschein ausmachen konnten. Kurz darauf erschien die Kerze im Fenster und hinter der Kerze konnte wir im flackernden Licht das bleiche Gesicht des Neuen erkennen. Er verschwand wieder mit der Kerze von dem Fenster und es war wieder dunkel.

Plötzlich schlugen Flammen aus einem Fenster und erfassten schnell das ganze Haus. Wir bekamen große Angst und rannten nach Hause. Am nächsten Tag erfuhren wir, dass das alte Haus komplett abgebrannt war. In den Trümmern fand man den toten Jungen. Meine Freunde weigerten sich, zur Beerdigung des Jungen zu gehen, aber ich fühlte mich schuldig und fand es sei meine Pflicht, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Es war sehr traurig. Nur wenige Menschen standen an dem Grab.

Als die Zeremonie vorbei war, drehte sich die Mutter des Jungen zu mir um, sah mir tief in die Augen und sagte leise: "Du bist Schuld am Tod meines Jungen! An Deinem 25. Geburtstag sollst Du weißes Haar bekommen und wahnsinnig werden!"



Heute ist mein 25. Geburtstag. Weiße Haare hab ich schon.



AAAAAAAAAAAARRRRGHHH!!!



ICH WEISS, DASS SIND EIN BISSCHEN VIELE ABA ICH FAND DIE SOOOOOO LUSTÜSCH!!!!!!!!